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Mittwoch, 25. Februar 2009

AMC's für März


Die Monats-AMC für März habe ich von Edith bekommen. Es sind ganz passend Märzenbecher, die nun in meinem Zimmer ein wenig Frühling zaubern dürfen.



Da der März ja der Monat ist, indem der Frühlingsanfang liegt, musste ich natürlich DAS Frühlingsgedicht umsetzen. Die AMC ging an Renate (kein Blog meines Wissens).





Er ist's

Frühling läßt sein blaues Band
Wieder flattern durch die Lüfte;
Süße, wohlbekannte Düfte
Streifen ahnungsvoll das Land.
Veilchen träumen schon,
Wollen balde kommen.-
Horch, von fern ein leiser Harfenton!
Frühling, ja du bist's!
Dich hab ich vernommen!

Eduard Mörike

Sonntag, 21. Dezember 2008

Verse zum Advent

Verse zum Advent

Noch ist der Herbst nicht ganz entflohn,
Aber als Knecht Ruprecht schon
Kommt der Winter hergeschritten,
Und alsbald aus Schnees Mitten
Klingt des Schlittenglöckleins Ton.

Und was jüngst noch, fern und nah,
Bunt auf uns herniedersah,
Weiß sind Türme, Dächer, Zweige,
Und das Jahr geht auf die Neige
Und das schönste Fest ist da!

Tag du der Geburt des Herrn,
Heute bist du uns noch fern,
Aber Tannen, Engel, Fahnen
Lassen uns den Tag schon ahnen,
Und wir sehen schon den Stern.

Theodor Fontane (1819 - 1898)

Sonntag, 30. November 2008


"Vorfreude auf Weihnachten"


Ein Kind - von einem Schiefertafel-Schwämmchen
Umhüpft - rennt froh durch mein Gemüt.


Bald ist es Weihnacht! -
Wenn der Christbaum blüht,
Dann blüht er Flämmchen.
Und Flämmchen heizen.
Und die Wärme stimmt
Uns mild. - Es werden Lieder, Düfte fächeln. –
Wer nicht mehr Flämmchen hat, wem nur noch Fünkchen glimmt,
Wird dann doch gütig lächeln.
Wenn wir im Traume eines ewigen Traumes
Alle unfeindlich sind - einmal im Jahr! -
Uns alle Kinder fühlen eines Baumes.
Wie es sein soll, wie’s allen einmal war.

Joachim Ringelnatz (1883-1934)

Dienstag, 11. November 2008

Lyrik

Ich mag Lyrik. Und da ich selber über keinerlei dichterisches Talent verfüge, weiß ich sie um so mehr zu schätzen. Einer meiner Lieblingsschriftsteller ist Erich Kästner. Von ihm stammt auch das folgende Gedicht. Obwohl der Titel ja nicht mehr zu passen scheint, trifft es die Stimmung draußen in der Natur im Moment sehr gut. Schön, oder?


Der Oktober, von Erich Kästner

Fröstelnd geht die Zeit spazieren.
Was vorüber schien, beginnt.
Chrysanthemen blühn und frieren.
Fröstelnd geht die Zeit spazieren.
Und du folgst ihr wie ein Kind.

Geh nur weiter, bleib nicht stehen.
Kehr nicht um, als sei's zuviel.
Bis ans Ende musst du gehen,
hadre nicht in den Alleen.
Ist der Weg denn schuld am Ziel?

Geh nicht wie mit fremden Füßen
und als hättst du dich verirrt.
Willst du nicht die Rose grüßen?
Lass den Herbst nicht dafür büßen,
dass es Winter werden wird.

Auf den Wegen, in den Wiesen
leuchten, wie auf grünen Fließen,
Bäume bunt und blumenschön.
Sind's Buketts für sanfte Riesen?
Geh nur weiter, bleib nicht stehn.

Blätter tanzen sterbensheiter
ihre letzten Menuetts.
Folge folgsam dem Begleiter.
Bleib nicht stehen. Geh nur weiter,
denn das Jahr ist dein Gesetz.

Nebel zaubern in der Lichtung
eine Welt des Ungefährs.
Raum wird Traum.
Und Rausch wird Dichtung.
Folg der Zeit. Sie weiß die Richtung.
"Stirb und werde!" nannte Er's.